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04.11.2019 01:09 Uhr

33 Milliarden Euro ungedeckte Pensionsverpflichtungen bei VW

Auf viele DAX-Unternehmen kommen in den nächsten Jahren millionenschwere Kosten aus Pensionsverpflichtungen zu. Die Volkswagen AG ist da keine Ausnahme - 33 Milliarden Euro sind es allein beim Wolfsburger Autohersteller. Ende 2018 belief sich die Summe offiziell auf einen Barwert von fast 44 Milliarden Euro, doch sie könnte weitaus höher gewesen sein. Laut focus.de zeigt sich der Konzern gegenüber aktiven und bereits ausgeschiedenen Mitarbeitern sehr großzügig verteilt. Je näher die Rentenzahlungen rücken, desto höher wird der Barwert - und der stellt eine immense finanzielle Belastung für Volkswagen dar.

Die Lücke wird immer größer

Natürlich hat das Unternehmen vorgesorgt, doch den Pensionsverpflichtungen von rund 44 Milliarden Euro steht ein Planvermögen von nur ca. 11 Milliarden Euro gegenüber. Es ergibt sich also eine ungedeckte Differenz von 33 Milliarden Euro. Weil der Barwert eine Abzinsung ist, hängt er maßgeblich vom aktuellen Zinsniveau ab. Vor zehn Jahren war das deutlich höher und der Barwert der VW-Pensionsverpflichtung lag Ende 2008 bei vergleichsweise niedrigen 16 Milliarden Euro, denen 3 Milliarden Euro Planvermögen gegenüber standen.

Steigt das Zinsniveau in Zukunft wieder an, könnte Volkswagen Problem also kleiner werden, denn der Barwert würde sinken bei einem gleichzeitig konstanten Planvermögen. Aber verlassen kann man sich auf steigende Zinsen freilich nicht. Was dem Autobauer hilft: Die meisten Pensionszahlungen fallen erst in einiger Zukunft an - 85 Prozent in mehr als fünf Jahren. VW bleibt also noch Zeit, die Deckungslücke zu füllen. Angesichts der immer neuen Schadenersatzforderungen aus dem Dieselskandal scheint das aktuell aber kein leichtes Unterfangen zu sein.

Kaum Rendite

Eine Maßnahme ist es, das Planvermögen durch Anlagen zu vermehren. Diese dürfen allerdings weder hochspekulativ noch allzu langfristig sein. Demnach hat Volkswagen 1,5 Milliarden Euro in Aktienfonds investiert und 5,5 Milliarden Euro in Rentenfonds. Rund 700 Millionen Euro hingegen bringen kaum Rendite, weil sie als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente dienen.

Hoffnung machen die aktuellen Umsatz- und Gewinnzahlen des Autoherstellers. Von Januar bis September 2019 lief es deutlich besser als im Vorjahreszeitraum und das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen wuchs um 11,2 Prozent auf 14,8 Milliarden Euro. Das liegt allerdings auch an den gesunkenen Aufwendungen für Prozesse im Abgasskandal, die in diesem Jahr fast halbiert wurden. Der Umsatz stieg um knapp 7 Prozent auf 186,6 Milliarden Euro und das Unternehmen blickt positiv in die Zukunft. Die 33 Milliarden Euro ungedeckte Pensionszahlungen scheinen dort aktuell niemanden aus der Ruhe zu bringen.