0800 0008652 WhatsApp info@lawbutler.com
14.11.2019 11:52 Uhr

BDI-Präsident kritisiert Autohersteller im Dieselskandal

Es ist mehr als vier Jahre her, seit der Dieselskandal ins Rollen kam. Während die Autofahrer in den USA großzügig entschädigt wurden, müssen die Kunden von VW, Mercedes & Co. vor deutschen Gerichten um ihr Recht kämpfen. Eine Verurteilung der Autohersteller durch den Bundesgerichtshof hat es bislang genauso wenig gegeben wie eine Bestrafung der verantwortlichen Führungskräfte.

Immenser Vertrauens- und Imageverlust

Die Verbraucher werden jetzt von Dieter Kempf, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), unterstützt. Er kritisiert den Umgang der Manager mit dem Abgasskandal. Schuldgefühle? Fehlanzeige! Kempf fordert, dass die Fehler eingestanden und Verantwortung übernommen wird. Nur so könne man “das Vertrauen zurückgewinnen.” Denn der Dieselskandal hat nicht nur den Autoherstellern selbst geschadet, sondern der gesamten Wirtschaft einen Imageverlust beschert.

Noch immer ist unklar, in wie vielen Modellen die Schummel-Software tatsächlich zum Einsatz kam. Allein für Daimler gab es inzwischen fünf Rückrufe durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Aktuell wird untersucht, ob auch bei den neueren Dieselfahrzeugen mit Euro-6-Norm eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut ist. Das würde rund eine Million Fahrzeuge betreffen.

Dieselskandal belastet gesamte Wirtschaft

Einfacher wäre die Aufklärung des Dieselskandals durch die Mithilfe der Autohersteller. Deren Verhalten in der Vergangenheit habe nicht nur die Kunden, sondern auch viele Unternehmer verärgert, so der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes. So blieb die Chance verwehrt, offener über die Zukunft des Diesels zu sprechen, der laut Mattes “für die CO2-Bilanz wichtig sei."

BDI-Chef Kempf fordert derweil die schnelle Bereitstellung von Software-Updates. Einige Autohersteller wurden längst vom KBA dazu verpflichtet, halten den vorgegebenen Zeitplan aber nicht ein (wir berichteten). Die Autoindustrie selbst hatte zugesagt, für weniger Schadstoffausstoß durch solche Updates in Millionen von Autos zu sorgen. Doch passiert ist wenig. Hardware-Nachrüstungen hält Kempf hingegen genauso wenig für das Maß der Dinge wie Elektroautos. Es gäbe noch andere Optionen, um den Schadstoff-Ausstoß zu verringern, etwa Wasserstoffautos und Plug-in-Hybride.