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11.09.2019 11:11 Uhr

Chancen auf Schadensersatz im Dieselskandal auch ohne KBA-Rückruf

Wer sich dazu entscheidet, Schadensersatz für seinen Schummel-Diesel einzuklagen, wägt zuvor natürlich die Chancen ab, die er vor Gericht hat. Bislang sah es ganz gut für den Verbraucher aus, wenn für sein Fahrzeug ein offizieller Rückruf durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) vorlag. Dadurch wurden die Autohersteller verpflichtet, ein Software-Update aufzuspielen, weil die unzulässige Abschalteinrichtung deaktiviert.

Nun hat sich das Blatt gewendet. Erste Gerichte urteilten unlängst auch zugunsten des Klägers, wenn kein Rückruf angeordnet war. Das sind gute Nachrichten - vor allem (aber nicht nur) für Besitzer eines Mercedes, VW, Porsche oder Audi. Die KBA-Rückrufe betrafen bislang vor allem diese Marken.

Urteile gegen Mercedes und Porsche

Tatsächlich beschäftigen sich die meisten Prozesse mit Fahrzeugen dieser Hersteller. So auch vor dem Landgericht Stuttgart, das nun die Daimler AG zu Schadensersatz für den Halter einer Mercedes-Benz E-Klasse verurteilt hat (Az. 46 O 101/19). Für seinen Diesel der Euro-5-Norm gibt es keinen Rückruf, sondern lediglich eine freiwillige Umrüst-Maßnahme durch Mercedes.

Für das inzwischen vierjährige Fahrzeug muss die Daimler AG den Kaufpreis abzüglich einer geringen Nutzungsentschädigung an die Kundin zurückzahlen. Der Grund: Auch hier wurde ein sogenanntes Thermofenster genutzt, bei dem die Abgase bei bestimmten Außentemperaturen nicht gereinigt wurden.

Dieses sittenwidrige Verhalten bestrafte auch das Landgericht Koblenz (Az. 12 O 119/18). Hier ging es um einen Porsche Cayenne, ebenfalls mit einem Euro-5-Diesel. Zwar hatte der Zuffenhausener Autobauer immer verneint, eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut zu haben, doch das glaubten die Richter nicht. Darüber hinaus spielt bei den Urteilen oftmals auch eine Rolle, dass ein Software-Update den Motor offensichtlich nicht mängelfrei macht. Immer wieder ist von einem höheren Verbrauch und weniger Leistung nach dem Werkstatt-Termin zu hören.

Schadensersatz auch bei Autokrediten möglich

Ein Schummel-Diesel mit illegaler Abschalteinrichtung ist allerdings nicht die einzige Möglichkeit, sich sein Geld vom Autohersteller zurückzuholen. Wer ein Fahrzeug geleast oder finanziert hat, hat ebenfalls gute Chancen - nämlich dann, wenn der Vertrag eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung enthält. Ist das der Fall, kann die Rückzahlung von Raten und Anzahlung eingeklagt werden. Das gilt sowohl für Diesel als auch für Benziner.
LawButler unterstützt Autofahrer beim Prozess gegen Volkswagen, Mercedes und andere Hersteller. Auf unserer Webseite können Verbraucher mit wenigen Klicks feststellen, ob und in welcher Höhe Schadensersatz zu erwarten ist. Durch eine Prozesskostenübernahme besteht kein finanzielles Risiko.


Quelle: https://www.focus.de/finanzen/experten/vor-allem-vw-mercedes-und-porsche-betroffen-neue-urteile-im-diesel-skandal-schadensersatz-jetzt-auch-ohne-kba-rueckruf-moeglich_id_11128778.html