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31.10.2019 04:16 Uhr

Der Preisanstieg bei Strom

Seit etwa 20 Jahren wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien unterstützt. Finanziert wird das mit einer Ökostrom-Umlage. Im nächsten Jahr steigt diese Umlage um etwas mehr als fünf Prozent an. Aus diesem Grund haben die Verbraucher wohl höhere Strompreise zu erwarten.

Aktuell bezahlen die Verbraucher in der Bundesrepublik Deutschland neben den Bürgern von Dänemark die höchsten Preise für Strom im ganzen europäischen Raum. Im nächsten Jahr dürften diese Strompreise aber neuerlich höher werden. Dann erhöht sich die angesprochene Umlage zur Förderung von Ökostrom. Das haben die Betreiber der größten Stromnetze bereits öffentlich verlautbart. Die EEG-Umlage beträgt zukünftig 6,756 Cent pro Kilowattstunde gegenüber 6,405 Cent wie aktuell.

Die namhaften deutschen Netzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW bezeichnen diese Entwicklung als einen wahrscheinlichen Grund für die Erhöhung der Umlage. Dieses sei zwar zum 30. September mit einem Betrag von knapp mehr als zwei Milliarden Euro im Plus gewesen. Allerdings ist der Kontostand um etwa 40 Prozent niedriger als im Vorjahr. Und das führe zu einem Anstieg der EEG-Umlage für das Jahr 2020.

Gemäß der Berechnungen des bekannten Vergleichsportals Check24 zahlt ein Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden wegen der höheren Umlage etwa 18 Euro zusätzlich im Jahr.

Erhöhungen auch bei weiteren Preisbestandteilen zu erwartent

Die seit dem Jahr 2000 eingehobene EEG-Umlage beträgt etwa 25 Prozent des Strompreises und finanziert festen Vergütungen. Und zwar solche, welche die Produzenten von Ökostrom für die Einspeisung ihrer Energie bislang ohne Bezug zum Marktpreis erhalten. Weitere Teile des Strompreises für private Abnehmer sind Steuern, weitere Abgaben und Umlagen sowie Kosten für die Produktion und die Netzentgelte.

Auch bei diesen Bestandteilen zeichnen sich Erhöhungen ab. So würden beispielsweise die Netzentgelte, die ebenfalls etwa ein 25 Prozent des Strompreises betragen, im kommenden Jahr auch ansteigen. Auch die Großhandelspreise der Versorger lägen über dem Vorjahres-niveau.

Die EEG-Umlage erhöht sich um etwa fünf Prozent

Die EEG-Umlage ist ein wichtiger Bestandteil des Strompreises. Weitere Bestandteile des Strompreises für Privatkunden sind folgende:

  • der Strompreis des Großhandels, der etwa ein Fünftel des Endkundenpreises beträgt,
  • die Abgaben für den Erhalt und Ausbau der Netze, die mit rund 25 Prozent beim Endkundenpreis beteiligt ist sowie weitere Abgaben und Umlagezahlungen und die Gewinnmargen der Stromproduzenten.

Die EEG-Umlage ist aber nicht der einzige Preistreiber: Auch die Entgelte für die Netze werden gemäß den Prognosen im nächsten Jahr ansteigen. Bislang wurden die neuen Netzentgelte für nahezu dreiviertel der Versorgungsgebiete öffentlich bekanntgegeben. Im Durchschnitt steigen die Netzentgelte nach bisherigen Zahlen 2020 um neun Prozent an.

Nach einer Einschätzung von Verbraucherportalen dürften auch die Großhandelspreiseim Jahr 2020 über dem aktuellen Niveau liegen. Verbraucher in Deutschland müssen sich also ein weiteres Mal auf Strompreiserhöhungen einstellen müssen.

Grundsätzlich steht es den Lieferanten von Strom frei, ob sie diese steigenden Gebühren an die Kunden weitergeben. Und falls ja, wie viel davon. Rechnerisch ergeben sich aus den Anhebungen Mehrkosten, die sich über das Jahr verteilen:

  • Ein Singlehaushalt mit einem Verbrauch von etwa2.000 Kilowattstunden pro Jahr würde etwa sieben Euro mehr für die EEG-Umlage und 14 Euro mehr für die Netzentgelte bezahlen.
  • Bei einem Haushalt bestehend aus drei Personen mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden pro Jahrwären es etwa zwölf Euro mehr für die EEG-Umlage und 24,50 Euro mehr für die Netzentgelte.
  • Ein Haushalt bestehend aus vier Personen mit einem Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden pro Jahr käme auf Mehrkosten von 18 Euro für die EEG-Umlage und etwa 35 Euro für die Netzgebühren.

Im Rahmen des Klimapakets plant die deutsche Bundesregierung Reduktionen beim Strompreis, und zwar als Kompensation zu einem Einstieg in eine CO2-Bepreisung in den Bereichen Verkehr und Gebäude. So soll ab dem Jahr 2021 die Umlage zur Deckung der Kosten des nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergüteten Stroms um 0,25 Cent pro Kilowattstunde reduziert und dann weiter reduziert werden. Die Koalition will auf diese Art und Weise in erster Linie Familien und kleine und mittelständische Firmen entlasten.