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23.07.2019 11:03 Uhr

Diesel-Skandal: Widerruf von BMW-Verträgen scheint nun ebenfalls möglich

 

Wer angesichts dieser Einschränkungen sein Dieselauto lieber verkaufen will, steht vor dem nächsten Problem: einem immensen Wertverlust. Niemand will es riskieren, viel Geld für ein Fahrzeug auszugeben, mit dem er dann möglicherweise nicht mehr in die Innenstadt darf. Was also tun?

Wer seinen Diesel finanziert hat, könnte möglicherweise einen Widerrufsjoker einsetzen. Hierbei muss der Kreditvertrag auf mögliche Fehler in der Widerrufsbelehrung geprüft werden. Die Widerrufsfrist beginnt nämlich nur bei einem fehlerfreien Vertrag zu laufen. In der Vergangenheit gab es daher zahlreiche Fälle, in denen Verbraucher auf diesem Weg ihr ungeliebtes Auto zurückgeben konnten.

Auch BMW-Verträge enthalten Fehler

Während es bislang vor allem Verträge von Banken der Volkswagen AG betraf, gibt es nun Hoffnung für BMW-Fahrer. Das Landgericht München hat erstmals angedeutet, dass auch Autokredite der BMW Bank fehlerhafte Widerrufsbelehrungen enthalten können. Im konkreten Fall schlägt das Gericht einen Vergleich zwischen der Bank und dem betroffenen Kunden vor. Sollte dieser erfolgreich sein, muss der Verbraucher sein Auto zwar zurückgeben, er bekäme im Gegenzug aber alle gezahlten Raten abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer zurück. Diese liegt jedoch meist unter dem Wertverlust eines Dieselfahrzeugs. Einige Gerichte verzichten bei einem Urteil sogar auf die Anrechnung der Nutzungsentschädigung.

Zwar ist die Verfügung des LG München stellt zwar kein rechtskräftiges Urteil dar, aber es ist ein Fingerzeig, was möglich sein könnte. In Zukunft könnten wohl nicht nur Kunden der Audi Bank, Skoda Bank, Volkswagen Bank oder Seat Bank Anspruch auf die Möglichkeit der Rückabwicklung ihres Autokredits haben, sondern auch jene, die einen Vertrag mit der BMW Bank geschlossen haben. Auch Verträge der Ford Bank waren bereits betroffen (wir berichteten).

Nicht immer gelingt es, eine lukrative außergerichtliche Einigung zu erzielen, wenngleich das für beide Seiten als die beste Lösung erscheint. Manchmal ist ein Gerichtsprozess zur Durchsetzung der eigenen Rechte notwendig. Das ist freilich teurer als ein Vergleich, lässt sich aber nicht immer verhindern. Da nicht jeder eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hat, die in einem solchen Fall die Prozesskosten möglicherweise übernehmen könnte, scheuen viele Autofahrer eine Klage.

Autokredit kostenfrei widerrufen

Mit einer Prozesskostenübernahme ist diese jedoch ebenfalls ohne Kostenrisiko möglich. Im ersten Schritt wird der Kreditvertrag durch einen Anwalt auf mögliche Fehler überprüft. Denn nur wenn ein Widerruf infrage kommt, ergibt eine Widerrufserklärung auch Sinn. Bei einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung beginnt die 14-tägige Frist nicht zu laufen und der Kunde kann auch Jahre später noch den Vertrag widerrufen.

Erfahrene Anwälte kennen die Schwachstellen der Autokredite und finden jeden Fehler. So haben Dieselfahrer die Möglichkeit, günstig aus einem Autokredit herauszukommen. Ein solcher Widerrufsjoker ist auch nicht auf Dieselautos beschränkt, sondern gilt auch für Benziner. Entscheidend ist hier nur, ob die Widerrufsbelehrung Fehler enthält. Es kann sich jedenfalls lohnen den Kreditvertrag anwaltlich überprüfen zu lassen.