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12.07.2019 11:29 Uhr

Dieselfahrer mit guten Erfolgsaussichten vor Gericht

 

Der erste Verhandlungstag der Musterfeststellungsklage gegen den VW-Konzern rückt immer näher. Inzwischen haben sich mehr als 400.000 Verbraucher in das Klageverzeichnis eingetragen und wollen am 30. September 2019 Schadensersatz vom Hersteller ihres Fahrzeugs erstreiten. Volkswagen hatte nachweislich eine manipulierte Abgaseinrichtung in verschiedenen Dieselmodellen der Marken VW, Skoda, Audi und Porsche eingesetzt.
Was viele nicht wissen: Die Musterfeststellungsklage hat ihre Tücken. Zum einen findet sie am Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig statt, das vergleichsweise viele Urteile im Dieselskandal zugunsten von VW und seinen Händlern gesprochen hat. Ob es in diesem Fall den Verbrauchern Recht gibt, ist also alles andere als sicher. Darüber hinaus wird sich der Prozess wohl über Jahre hinziehen.

Schnellerer Erfolg durch Einzel- statt Sammelklage

Kommt es zu einem Urteil gegen Volkswagen, bedeutet das jedoch nicht, dass die Kläger sofort Geld sehen. Vielmehr muss jeder anschließend eine Einzelklage einreichen, um den Kaufpreis seines Autos zurückzubekommen, was weitere Zeit in Anspruch nimmt und Nerven kostet. Warum nicht also gleich selbst klagen? In den letzten Monaten gab es zahlreiche Gerichtsurteile zugunsten der Verbraucher, die auf gute Erfolgsaussichten schließen lassen.
Mitte Mai 2019 gab das Landgericht Düsseldorf dem Besitzer eines VW Sharan Recht, der auf Schadensersatz geklagt hatte. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Autohersteller seinen Kunden mit der unzulässigen Abschalteinrichtung vorsätzlich sittenwidrig geschädigt hatte. Dieser konnte seinen vier Jahre alten Diesel daraufhin zurückgeben und bekam im Gegenzug den Kaufpreis plus Zinsen abzüglich einer Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer wieder.

Zuvor hatten bereits das Landgericht Köln (Az. 18 U 70/18) bei einem Audi A4 und das Landgericht Krefeld bei einem VW Passat derlei Urteile gefällt. Auch das Landgericht Stuttgart sprach dem Fahrer eines sechs Jahre alten Audi A4 Schadensersatz zu (Az. 12 O 507/18).

Auch Porsche wurde bereits verurteilt

Doch es trifft nicht nur VW und Audi. Am Landgericht Stuttgart hatte der Fahrer eines Porsche Macan S einen Händler verklagt, das Auto zurückzunehmen und den Kaufpreis zu erstatten (Az. 11 O 127/18). In Berlin ging es um einen Porsche Cayenne Diesel (Az. 56 O 40/18). In beiden Fahrzeugen wurden die manipulierte Abgaseinrichtung des VW-Konzerns eingesetzt.

Auch wer sein Fahrzeug geleast hat, darf hoffen. Im März bekam die Fahrerin eines Audi A5 3.0 am Landgericht Offenburg Recht (Az. 3 O 94/18). Hier war nicht nur die Audi AG als Autohersteller betroffen, sondern auch die Volkswagen AG, von der die Volkswagen Leasing GmbH das Fahrzeug gekauft hatte. Audi wurde wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung verurteilt, gegenüber der Volkswagen AG wurde eine arglistige Täuschung bejaht.
All diese Fälle - und es sind längst nicht alle - zeigen, dass vom Dieselskandal betroffene Verbraucher gute Karten vor Gericht haben. Und mit der Prozesskostenübernahme durch Profin ist das finanzielle Risiko gleich null. Der kostenlose und unverbindliche Quick-Check über das Online-Formular ermöglicht eine schnelle Ersteinschätzung der Erfolgsaussichten.