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11.10.2019 11:07 Uhr

Dieselskandal noch immer nicht aufgeklärt

Mehr als vier Jahre ist es nun her, dass der Dieselskandal durch eine Bekanntmachung der US-Umweltbehörde EPA ins Rollen kam. Die hatte damals veröffentlicht, dass Volkswagen bei den Abgaswerten von Millionen Dieselfahrzeugen geschummelt habe. Inzwischen betrifft das Problem auch andere Hersteller wie Mercedes oder BMW. Selbst der Zulieferer Bosch musste eine Strafe in Millionenhöhe zahlen.

Deutsche Kunden ohne Entschädigung

Dennoch, die Dieselaffäre ist weder vergessen noch komplett aufgearbeitet. Während die VW-Kunden in den USA entschädigt wurden und Manager einiger Autohersteller in Haft sitzen, gibt es hierzulande bislang kaum Konsequenzen. Das liegt auch am zaghaften Agieren von Politik und Behörden. Die Leidtragenden: Verbraucher und Umwelt.
Selbst die angebotenen Software-Updates der Autobauer sorgen nicht dafür, dass die Schadstoffbelastung durch die betroffenen Fahrzeuge merklich sinkt. Das haben die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und nun auch das Umweltbundesamt gemessen. Ohne Software-Update beträgt der Stickstoff-Ausstoß der manipulierten Euro-5-Diesel durchschnittlich 950 mg/km statt der erlaubten 180 mg/km. Nach dem Update waren es aber noch immer 780 mg/km. Helfen würde hier nur eine Hardware-Nachrüstung. Für einige Hersteller gibt es mittlerweile zugelassene Systeme.

Manipulierte Abgaswerte

Allein elf Millionen Autos der Marken VW, Skoda, Audi und Seat sind vom Dieselskandal betroffen. Sie stoßen oft ein Vielfaches der erlaubten Stickoxide aus. Dass diese Modelle überhaupt zugelassen wurden, war nur mit einem Trick möglich: Eine Software erkennt, ob sich das Fahrzeug auf dem Prüfstand befindet, weil dabei beispielsweise das Lenkrad nicht eingeschlagen wird. In diesem Fall wird der Harnstoff AdBlue zur Abgasreinigung vermehrt eingespritzt - das Auto erfüllt so - und nur so - die EU-Grenzwerte.

Zuständig für die Typenzulassung ist das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Das jedoch schloss sich anfangs der Meinung von Volkswagen an, die Grenzwerte seien nur auf dem Prüfstand einzuhalten. Erst als das Oberlandesgericht Düsseldorf urteilte, dass die Werte freilich auch im Straßenverkehr einzuhalten sind, kam Bewegung in die Sache.
In den USA hat sich Volkswagen schuldig bekannt, die Fahrzeuge zurückgekauft und die Kunden entschädigt. In Deutschland müssen Verbraucher den Schadensersatz vor Gericht geltend machen. Aktuell läuft das Verfahren zur Musterfeststellungsklage am Oberlandesgericht Braunschweig. Rund 470.000 VW-Besitzer hatten sich in das Klageregister eingetragen und hoffen auf Gerechtigkeit. Doch der Prozess kann sich noch Jahre hinziehen, die mögliche Entschädigungssumme sinkt.

Abgasaffäre noch schlimmer als gedacht?

Doch auch die Premiummarke Audi wurde bei der Schummelei ertappt und musste im Oktober 2018 800 Millionen Euro Strafe an den Freistaat Bayern zahlen. Porsche kam derweil mit 47 Millionen Euro davon. Hinzu kommen Rückrufe für hunderttausende Fahrzeuge, insbesondere der Daimler AG. Inzwischen sind auch Diesel mit der Euro-6-Norm betroffen. Offensichtlich haben einige Hersteller auch nach Bekanntwerden des Dieselskandals weiter manipuliert.
Einzig die Justiz greift hart durch und entscheidet in Prozess von Kunden gegen die Hersteller häufig zugunsten der Kläger. Die aber müssen den Gang zum Gericht erstmal wagen und viel Geduld haben. Hier helfen Dienstleiter wie LawButler und ein Prozesskostenfinanzierer.


Quelle: https://www.derstandard.de/story/2000108755570/vw-abgasskandal-als-umweltlawine