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15.10.2019 10:56 Uhr

Doch keine Verjährung im VW-Dieselskandal zu Ende 2019?

In den letzten Wochen haben wir immer wieder darüber berichtet, dass Volkswagen im Dieselskandal wenig einsichtig ist und deutschen Kunden auf dem Weg zu einem Schadensersatz Steine in den Weg legt. So werden Prozesse hinausgezögert, damit die fällige Summe am Ende möglichst gering ausfällt. Denn vom zu erstattenden Kaufpreis wird in den meisten Fällen eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer abgezogen. Je länger sich das Verfahren hinzieht, desto mehr Laufleistung hat das Auto in der Regel.

Doch auch in einem anderen Punkt laufen Verbraucher Gefahr, ihre Schadensersatzansprüche zu verlieren: durch Verjährung. Eigentlich dürfen zwischen Kauf und Klageeinreichung maximal drei Jahre liegen - so jedenfalls die landläufige Meinung, die auch Volkswagen vertritt.

Schadensersatz für 2014 gekauftes Auto

Das Landgericht Trier hat dem nun widersprochen und einer VW-Kundin Recht gegeben, die ihr Fahrzeug Anfang 2014 erworben, aber erst fünf Jahre später geklagt hatte. Das berichtet spiegel.de. Der Grund für das Urteil zugunsten der Kundin begründete das Gericht damit, dass die Rechtslage im Dieselskandal “problematisch und ungeklärt” sei.

Die Manipulationen am von Volkswagen-Konzern eingesetzten Dieselmotor EA 189 waren im September bekannt geworden. Der Autohersteller beruft sich immer wieder darauf, dass die Ansprüche in Zusammenhang mit den betroffenen Fahrzeugen daher seit Ende 2018 verjährt sind. Dennoch gab es in den vergangenen Monaten viele richterliche Urteile, in denen VW das Auto zurücknehmen und dem Kunden Schadensersatz zahlen musste.

Nach dem Urteil in Trier könnte wegweisend sein. Schließlich ist nun auch die Verjährung Ende 2019 fraglich, denn noch immer gibt es keine höchstrichterliche Entscheidung im Dieselskandal. Denn die Erkenntnis, dass die Abgaswerte von Dieselautos manipuliert wurden, reiche nicht als Auslöser.
Volkswagen hat bereits angekündigt, in Berufung zu gehen.