0800 0008652 WhatsApp info@lawbutler.com
16.07.2019 09:17 Uhr

Droht Autofahrern der nächste Betrug?

Der Abgaskandal hat die Verbraucher wachgerüttelt. Autofahrer werden betrogen, ohne dass sie davon wissen. Inzwischen wird von den Behörden wie dem Kraftfahrtbundesamt genauer hingeschaut, ob ein Dieselfahrzeug mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung ausgestattet ist. Doch längst nicht jede Manipulation wird entdeckt (wir berichteten) - und die nächsten Probleme kommen bereits auf die Verbraucher zu. Der Weg zum selbstfahrenden Auto stellt ein enormes Sicherheitsrisiko dar.

Für die einen mag es ein reizvoller Gedanke sein, dass ein Auto selbstständig einparkt oder in Gefahrensituationen automatisch abbremst. Der Fahrer ist müde? Kein Problem, wenn das Auto alleine den nächsten Parkplatz ansteuern kann. Anderen wird beim Gedanken an dieses Szenario Angst und Bange. Mal abgesehen davon, dass uns das Denken abgenommen wird, sind solche Assistenzsysteme auch sehr anfällig für Sicherheitslücken.

Das Problem sind die verschiedenen Hersteller, deren Software nicht aufeinander abgestimmt ist. Hier gibt es Handlungsbedarf, so Ilijana Vavan von Kaspersky Lab. Die Lösung könnte ein datenzentrierter Ansatz sein. Bisher ging es allenfalls darum, wie sicher jede einzelne Software ist, aber nicht, was mit den Daten passiert und wie riskant sie sind. Doch genau das sind die möglichen Fehlerquellen.

Systeme können manipuliert werden

Beim autonomen Fahren kommen selbstlernende, so genannte neuronale Netzwerke zum Einsatz. Sie nutzen künstliche Intelligenz (KI), damit der Mensch nicht mehr selbst das Steuer in die Hand nehmen muss. Einparken, Bremsen, Spurwechsel - alles soll automatisch funktionieren. Doch diese Systeme können manipuliert werden. Die Folge: Schwere Unfälle, weil beispielsweise andere Verkehrsteilnehmer oder Hindernisse vom Fahrzeug nicht mehr erkannt werden.

Über entsprechende Kontrollsysteme sollen die neuronalen Netzwerke zwar überwacht werden, doch auch das ist fehleranfällig, beispielsweise wenn diese unwissentlich abgeschaltet werden. Zudem brauchen die Kontrollsystem viel Energie, die dem Elektromotor selbst dann nicht zur Verfügung steht und die Reichweite des Autos verkürzt. Um das zu verhindern, könnten die Kontrollsysteme von den Herstellern in bestimmten Situationen deaktiviert werden. Der Fahrer freilich wüsste davon nichts. Das erinnert stark an die Abschalteinrichtungen im Dieselskandal.

Die Politik ist gefordert

Auffallen würden solche Maßnahmen, wenn die Überprüfung der Logfiles im Rahmen einer Inspektion Pflicht wäre. Bislang ist das jedoch nicht der Fall. Vielmehr scheint die Politik die Tragweite des autonomen Fahrens und der damit verbundenen Gefahren noch gar nicht erfasst zu haben. Anders die Ingenieure, die entsprechende Kontrollen der künstlichen Intelligenz in Fahrzeugen fordern.

Neben den angesprochenen Manipulationen durch die Hersteller selbst stellen Hacker ein weiteres Risiko dar. Zwar ist es nicht unbedingt notwendig, dass ein solches Fahrzeug ständig mit dem Internet verbunden ist, doch diese Möglichkeit wird es geben. Dabei geht es beispielsweise um Satellitendaten oder das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer, auf die das Auto reagieren muss.

Neu ist diese Gefahr nicht. 2015 hatte sich ein Hacker in den USA digital Zugriff auf einen Jeep Cherokee verschafft und mittels Laptop die Kontrolle über das Fahrzeug übernommen. Auto-Hacks sind schon lange ein Problem. An autonomes Fahren war damals noch nicht zu denken, doch dieser Schritt wäre ein neues Einfallstor für Hacker.