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08.11.2019 09:13 Uhr

Fast 400 Millionen Euro fehlen für Entschädigung von Thomas-Cook-Kunden

Die Pleite des Reiseanbieters Thomas Cook hat vielen Urlaubern die schönste Zeit des Jahres genommen. Und auch wenn es bei Pauschalreisen einen Sicherungsschein gibt, der belegt, dass der Veranstalter im Falle einer Insolvenz abgesichert ist, könnte dieser Fall für die meisten Reisenden in einem finanziellen Desaster enden. Denn: Obwohl Thomas Cook bei der Zurich mit 110 Millionen Euro versichert ist, wird das Geld längst nicht für alle Entschädigungen reichen. Der Grund: Es gab bis Ende September fast 660.000 Buchungen in Höhe von 500 Millionen Euro.

In Konsequenz bedeutet das: Wer einen Urlaub mit Thomas Cook gebucht hat, dem wird der Reiseversicherungsschein am Ende wohl wenig nützen. Es fehlen fast 400 Millionen Euro, um allen Verpflichtungen nachkommen zu können. Die einzige Hoffnung: eine Finanzspritze vom Staat, wie es sie zuletzt für Condor gab. Der Ferienflieger bekam einen sechsmonatigen Überbrückungskredit über 380 Millionen Euro, um den Flugbetrieb nach der Pleite von Thomas Cook weiterführen zu können.

Deutschland handelt gegen EU-Richtlinien

So etwas will auch der Verbraucherzentrale Bundesverband für Thomas Cook erreichen und hat einen Brief an Bundesfinanzminster Olaf Scholz geschrieben. Laut CHIP ist auch die Anwältin Nicole Mutschke der Meinung, dass Urlauber einen Anspruch auf Staatshaftung hätten, weil “die EU-Pauschalreiserichtlinie unzureichend in das deutsche Recht umgesetzt wurde”. Die Richtlinie fordert, dass die EU-Mitgliedsstaaten dafür sorgen müssen, dass Pauschalreisende bei einer Veranstalterinsolvenz komplett abgesichert sein müssen. Deutschland hingegen erlaubt eine Begrenzung der Schadensersatzansprüche auf 110 Millionen Euro.

Urlauber sollten aus der Pleite von Thomas Cook lernen und sich vor der Buchung informieren, ob und bei wem der Reiseveranstalter versichert ist. Bei der Zurich Versicherung ist nun Vorsicht geboten.