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14.10.2019 03:32 Uhr

KBA ordnet erneut Rückruf Hunderttausender Dieselfahrzeuge der Daimler AG an

 

Der Dieselskandal nimmt kein Ende. Während in den vergangenen Wochen in den Medien vor allem über das am Oberlandesgericht Braunschweig begonnene Verfahren um die Musterfeststellungsklage gegen die Volkswagen AG berichtet wurde, stehen andere Hersteller derzeit weniger im Rampenlicht. Doch vor allem Daimler hat immer wieder mit negativen Schlagzeilen zu kämpfen. Nun muss der Autohersteller bereits zum dritten Mal Dieselfahrzeuge zurückrufen.

Wieder eine illegale Abgasreinigung

Betroffen sind europaweit Hunderttausende Autos mit dem OM651 Dieselmotor der Euro-5-Norm. Wie beim EA 189 von Volkswagen wurde auch hier eine unzulässige Abgastechnik eingebaut. Deswegen hat das Kraftfahrt-Bundesamt nun einen Rückruf angeordnet, der für Daimler verpflichtend ist. Doch das Unternehmen hat laut welt.de angekündigt, Widerspruch gegen die Entscheidung des KBA einzulegen.

Der OM651 ist in zahlreichen Modellen der Marke Mercedes verbaut, wenngleich er in den neueren Fahrzeugen nicht mehr zum Einsatz kommt. Es handelt sich wohl lediglich um Autos, die bis Juni 2016 vom Band gerollt sind.

Bereits 2018 musste Daimler fast 700.000 Dieselfahrzeuge zurückrufen, Mitte 2019 nochmals etwa 60.000 Mercedes GLK. Auch hier lautet der Vorwurf “unzulässige Abschalteinrichtung”. Der Hersteller ist anderer Meinung und will den Rückruf nicht einfach so akzeptieren, wohl aber mit den Behörden zusammenarbeiten und die Kunden darüber informieren.

Daimler wusste von den Untersuchungen durch das KBA

Dieses Mal trifft es vor allem den beliebten Transporter Mercedes Sprinter. Auch wenn der Rückruf für die Öffentlichkeit überraschend kam, war Mercedes darauf vorbereitet. Die Untersuchungen laufen bereits seit mehr als einem Jahr, sind aber noch nicht abgeschlossen. Weitere Rückrufe seien laut Daimler durchaus möglich. Dennoch befürchtet der Konzern keine negativen Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis, denn entsprechende Rückstellungen seien bereits getätigt worden.
Die Rückrufe durch das KBA sind aber nur ein Grund dafür, dass Mercedes Verluste einkalkuliert.

Es ist erst wenige Wochen her, dass das Unternehmen von der Stuttgarter Staatsanwaltschaft zu einem Bußgeld in Höhe von 870 Millionen Euro gegen Daimler verurteilt wurde (wir berichteten), weil die Abteilung zur Fahrzeugzertifizierung fahrlässig gehandelt habe. Andernfalls hätten die vom Dieselskandal betroffenen Fahrzeuge gar nicht erst zugelassen werden dürfen.