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11.11.2019 12:54 Uhr

Landgericht Braunschweig forderte weitere Ermittlungen gegen VW im Dieselskandal

Viele Verbraucher stellen sich schon lange die Frage, warum es hierzulande im Dieselskandal noch immer keine wirkliche Bestrafung für die Autohersteller und die Verantwortlichen gibt, während in den USA Strafzahlungen an die Verbraucher angeordnet und Führungskräfte vor Gericht gebracht wurden.

Wie NDR und “Süddeutsche Zeitung” nun berichten, ist auch das Braunschweiger Landgericht der Meinung, dass nicht ausreichend ermittelt wurde. Das werfen die Richter der Staatsanwaltschaft Braunschweig vor und ordnete weitere Nachforschungen bei Volkswagen an. So fehle beispielsweise die Information, wer bei VW USA überhaupt dafür verantwortlich ist, dass die manipulierten Fahrzeuge dort auf den Markt kamen.

Vieles unklar

Schon vor zwei Wochen hatte das Landgericht Braunschweig tiefgreifendere Ermittlungen durch einen Sachverständigen gefordert, weil unklar sei, in wie vielen Autos des Herstellers überhaupt eine unzulässige Abschaltautomatik verbaut worden war.

Ob wirklich ein Gutachter eingesetzt wird, ist jedoch noch nicht entschieden. Stattdessen ächzt die deutsche Justiz derzeit unter rund 20.000 Verfahren im Zuge des Dieselskandals, in denen Autofahrer Schadensersatz wollen. Und auch der Prozess gegen den Ex-VW-Chef Martin Winterkorn und weitere Führungskräfte verzögere sich weiter, weil es keine abgeschlossenen Ermittlungen mit eindeutigen Erkenntnissen gibt. Der Braunschweiger Richter, der diese nun einfordert, arbeitet sehr gewissenhaft und will offenbar alle Fragen beantwortet haben, um sich sein Urteil zu bilden.