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02.12.2019 09:40 Uhr

Nach EA189 sind auch im EA288 unzulässige Abschalteinrichtung gefunden worden

Der EA189 war der Initiator des Dieselskandals, doch offenbar hat Volkswagen nicht nur in dem Euro-5-Motor geschummelt, sondern auch beim EA288. Dabei handelt es sich um einen Diesel der neueren Euro-6-Norm. Zugegeben hat der Hersteller bisher nichts, doch der Verdacht verhärtet sich.

Medienberichten zufolge soll es VW-interne Dokumente geben, die belegen, dass ab Sommer 2016 eine neue Motorsteuerungssoftware in den betroffenen Fahrzeugen eingesetzt wurde. Sie sollte die sogenannten Fahrkurven löschen, mit denen das Fahrzeug erkennt, ob es sich auf dem Prüfstand befindet. Volkswagen wird vorgeworfen, mit den Fahrkurven die Abgasreinigung manipuliert zu haben.

Was wollte VW verheimlichen?

Experten sind sich sicher, dass diese Maßnahme beweist, dass bis zum Zeitpunkt der Löschung im EA288 eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut war. Eingesetzt wurde der Motor in verschiedenen Modellen der Volkswagen-Gruppe ab 2012. Es könnten also auch Fahrzeuge von Audi, Seat und Skoda betroffen sein, die über einen Diesel der Euro-6-Norm verfügen und zwischen 2012 und 2016 produziert wurden.

Dem Kraftfahrt-Bundesamt waren ebenfalls Unregelmäßigkeiten aufgefallen und so gab es bereits einen offiziellen Rückruf. Der Grund: Konformitätsabweichungen, sodass die Autos mehr Stickoxide ausstoßen als gesetzlich erlaubt. Übersetzen ließe sich das mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung, durch die die Grenzwerte auf dem Prüfstand eingehalten werden, nicht aber im normalen Straßenverkehr.

Erste Prozesse zum EA288 laufen

Erste Klagen von VW-Kunden mit Euro-6-Diesel gibt es bereits. Ein Verfahren läuft etwa am Landgericht Wuppertal. Es hat nun ein unabhängiges technisches Gutachten angefordert, um herauszufinden, ob in dem Fahrzeug des Klägers mit EA288-Motor eine illegale Abschalteinrichtung eingebaut ist oder nicht.

Wer ein Auto mit unzulässiger Abschalteinrichtung besitzt, kann seine Gewährleistungsansprüche geltend machen. Infrage kommen Rücktritt vom Kaufvertrag oder Minderung. Basis dafür ist ein Hinweisbeschluss des vom Januar diesen Jahres (Az. VIII ZR 225/17). Er hat Fahrzeuge mit den Einsatz dieser Software als Sachmangel eingestuft. Darüber hinaus können Verbraucher vom Hersteller Schadensersatz verlangen, denn in den Augen vieler Richter haben diese sittenwidrig gehandelt.