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07.10.2019 10:17 Uhr

Nach Insolvenz von Thomas Cook: Reisende bekommen geringere Entschädigung

Für viele Urlauber ist die schönste Zeit des Jahres wegen der Pleite des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook zum Albtraum geworden. Vergangenen Montag landete der letzte Flieger in Manchester. Durch die finanzielle Hilfe kann die deutsche Airline Condor, eine Tochterfirma der deutschen Thomas Cook, ihren Flugbetrieb zwar fortsetzen. Doch viele der aktuell 140.000 mit dem Veranstalter verreisten Touristen werden wohl zumindest auf einem Teil des Reisepreises sitzenbleiben.

Die Pleite von Thomas Cook trifft nicht nur die Urlauber, sondern auch beliebte Pauschalreiseziele wie Spanien, Griechenland und die Türkei. Laut merkur.de wird in Griechenland mit einem Schaden von etwa 500 Millionen Euro und in Spanien mit mindestens 200 Millionen Euro gerechnet, weil beispielsweise Hotelrechnungen von Thomas Cook nicht mehr beglichen werden können. Aber auch das Ausbleiben der Touristen, deren Reisen nun abgesagt wurden, führt zu immensen Umsatzeinbußen in den betroffenen Ländern. Einige Hotels schließen daher bereits vor dem Ende der eigentlichen Saison.

Versicherungssumme reicht nicht aus

Wer seine Urlaubsreise wegen der Probleme von Thomas Cook nicht antreten kann, hat eigentlich ein Recht auf Entschädigung. Der deutsche Reiseveranstalter ist bei der Zurich Deutschland mit bis zu 110 Millionen Euro im Falle einer Insolvenz versichert. Aber: Die Summe der Ansprüche übersteigt diesen Betrag bei Weitem. Deswegen ist aktuell davon auszugehen, dass viele Urlauber nicht soviel Geld zurückbekommen werden wie ihnen zusteht.
Die Versicherungssumme wird zunächst für die Begleichung der Hotelrechnungen und Rückflüge von Reisenden genutzt, die zum Zeitpunkt der Insolvenz bereits am Urlaubsort waren. Nur 17.000 der 140.000 Touristen waren am vergangenen Montag noch nicht wieder zuhause.

Hoteliers bedrängen Urlauber

Vergangene Woche hatte die Zurich Versicherung Zahlungen an die von der Thomas-Cook-Pleite betroffenen Hotels geleistet. Sie erhielten 50 Prozent der ausstehenden Zahlungen. Bedingung: keine Nötigung der Reisenden und keine Forderung von Zahlungen durch die Urlauber. Einige von ihnen werden froh über das teilweise verfrühte Ende ihrer Reise sein, denn in den Hotels spielten sich teilweise dramatische Szenen ab. Medien berichten, dass einige Anlagen ihre Gäste geradezu gefangen hielten, damit diese nicht auschecken können. Mancherorts wurde verlangt, dass die Touristen die Unterkunft aus eigener Tasche bezahlen sollen.

Experten raten zur Vorsicht. Niemand sollte vor Ort auf diese Forderungen eingehen und stattdessen die Reiseleitung kontaktieren. Und auch wenn die Versicherungssumme am Ende nicht für alle reichen könnte: Einen Antrag auf Entschädigung sollte jeder stellen, der von der Insolvenz des Reiseveranstalters betroffen ist.