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15.11.2019 09:40 Uhr

Nun auch Rückruf für alte Audi-Diesel mit Euro-4-Norm

Der Dieselskandal nimmt kein Ende. Nun trifft er erneut Audi. Laut spiegel.de muss der Autohersteller alte Euro-4-Diesel zurückrufen. Das fordert das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Grund für den Rückruf, den Audi bereits bestätigt hat, soll auch hier eine unzulässige Abschalteinrichtung sein. Das Bundesverkehrsministerium hat Audi bereits vorgeladen.
Der Rückruf wurde am 5. November vom KBA veröffentlicht und betrifft die Modelle A4 und A6 der Baujahre 2004 bis 2009 mit einem 2.7 TDI V6. In Summe müssten deutschlandweit rund 40.000 Fahrzeuge in die Werkstatt, in ganz Europa sind es 120.000.

Erstmals alte Diesel betroffen

Dieser Fall ist ein Novum, denn bislang betrafen die Rückrufe im Dieselskandal nur ab 2011 zugelassene Neuwagen. Doch nun gibt es wohl Hinweise, dass auch ältere Modelle manipuliert worden sind. Die Abschalteinrichtung schaltet die Abgasreinigung im normalen Straßenverkehr teilweise ab, wodurch der Stickoxid-Ausstoß weit über den Grenzwerten liegt. Der beträgt bei der Euro-4-Norm 250 Milligramm pro Kilometer.

Auf dem Prüfstand hätte ein solches Fahrzeug niemals eine Typenzulassung bekommen, doch im Testlabor funktioniert die Abgasreinigung einwandfrei. Für den Alltagsbetrieb jedoch haben die Audi-Ingenieure die sogenannte Akustikfunktion der Dieselautos umfunktioniert. Eigentlich soll sie das typische Nageln der Diesel minimieren, doch nun schaltete sie auch die Abgasreinigung ab. Experten halten das für illegal und widersprechen Audi, diese Funktion sei notwendig, um den Motor zu schützen. Dieser Argumentation folgt auch das KBA.

Es drohen Konsequenzen

Es ist nicht der erste Rückruf für Audi im Dieselskandal. Auch Modelle mit Euro-5 und -6-Norm waren bereits betroffen. Scheinbar hat die Marke konzernweit derlei Abschalteinrichtungen entwickelt, die dann beispielsweise auch bei Porsche zum Einsatz kamen. Ex-Audi-Chef Rupert Stadler verbrachte deswegen bereits einige Monate in Untersuchungshaft und wartet aktuell auf seinen Prozess. Der neuerliche Rückruf trägt sicherlich nicht zu seiner Entlastung bei.
Audi ist nun verpflichtet, die Abgasanlage im A4 und A6 mit 2,7-Liter-Motor umzubauen, damit die Abschalteinrichtung nicht mehr zum Einsatz kommt. Ob ihnen das gelingt, ist fraglich. Schließlich müssten die Grenzwerte auch bei einer deaktivierten Abschalteinrichtung eingehalten werden. Das scheint kaum möglich, sonst hätte es keine Notwendigkeit für eine solche Manipulation gegeben. Gibt es keine technische Lösung, könnte Audi zum Rückkauf der Fahrzeuge gezwungen sein - und das wird teuer.