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25.09.2019 09:50 Uhr

So sollten Thomas-Cook-Kunden jetzt handeln

Der Urlaub ist für viele die schönste Zeit im Jahr. Pauschalreisen sind dabei besonders beliebt, denn hier muss man sich nach der Fahrt zum Flughafen in der Regel um nichts kümmern. Der Reiseveranstalter sorgt für den Transport zum Hotel, die Zimmer sind reserviert und die Mahlzeiten werden im hoteleigenen Restaurant serviert. Dazu ein Pool und Palmen am Strand. Perfekt.

Doch der Traum kann schnell zum Albtraum werden, wenn der Reiseveranstalter Insolvenz anmelden muss. So geschehen dieser Tage im Fall der britischen Thomas Cook. Rund 140.000 Deutsche sind laut welt.de gerade mit Thomas Cook sowie deren Tochterfirmen Neckermann, Oeger Tours, Air Marin und Bucher Reisen verreist und viele haben ihre nächste Reise bereits gebucht. Was passiert jetzt mit diesen Urlaubern?

Reiseleiter sind erste Ansprechpartner vor Ort

Wer eine Pauschalreise bucht, erhält mit den Unterlagen einen gesetzlich vorgeschriebenen Sicherungsschein. Damit ist der Urlaub abgesichert, sollte der Veranstalter in Schwierigkeiten geraten. Darauf ist auch die Insolvenzversicherung vermerkt, die bei einer Pleite für die Kosten der Rückreise aufkommt. Organisiert wird sie allerdings vom Reiseveranstalter. Wer gerade mit Thomas Cook unterwegs ist, sollte sich daher an die Reiseleitung wenden, denn es kann durchaus passieren, dass der Urlaub sofort beendet ist, auch wenn der eigentliche Rückreisetermin noch nicht erreicht ist. Auf eigene Faust umzubuchen ist hingegen keine gute Idee.

Für den Fall, dass die Reise wirklich vorzeitig beendet wird, hat der Urlauber Anspruch auf eine anteilige Erstattung der entgangenen Urlaubstage. Waren es am Ende nur vier statt acht, schuldet der Reiseveranstalter dem Urlauber 50 Prozent des Reisepreises, auch wenn das Unternehmen die Flüge übernommen hat.

Möglich ist auch, dass Reisende ihr Hotel umgehend verlassen müssen, weil der Inhaber sie wegen der ausbleibenden Zahlungen des Reiseveranstalters vor die Tür setzt. Wer sich dann eine andere Bleibe sucht, kann sich später die entstandenen Unterkunftskosten von der Insolvenzversicherung zurückholen, sollte diesen Schritt aber mit der Reiseleitung vor Ort absprechen. Urlauber, die dennoch im Hotel bleiben wollen, tun dies auf eigene Faust und werden wohl auf den Kosten sitzenbleiben.

Was tun, wenn die Reise noch bevorsteht?

Wer die mit Thomas Cook gebuchte Reise noch gar nicht angetreten hat, sollte sich schnellstmöglich direkt oder über das Reisebüro mit dem Unternehmen in Verbindung setzen. Nur so lässt sich herausfinden, ob die Reise überhaupt stattfindet. Der Veranstalter steht trotz Insolvenz in der Pflicht, sich zu kümmern, denn er hat für seine Dienstleistung Geld von den Urlaubern erhalten.

Ob die am Ende den vollen Reisepreis zurückbekommen, ist trotz Sicherungsschein nicht gesagt. Der verpflichtet das Reiseunternehmen in Deutschland zu einer Mindestabsicherung von 110 Millionen Euro - wenn die Summe der ausstehenden Forderungen jedoch höher ist, gibt es für jeden Einzelnen weniger Geld. Es ist allerdings nicht bekannt, in welcher Höhe Thomas Cook abgesichert ist. Übrigens: In Großbritannien, dem Heimatland von Thomas Cook, werden die Urlauber vom Staat zurückgeholt. Das fordern die dortigen Gesetze. Weitere Ansprüche auf Schadensersatz oder Erstattung können dort allerdings nicht geltend gemacht werden.