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24.09.2019 10:03 Uhr

US-Aufseher Thompson beobachtet Volkswagen

In Deutschland steckt die Aufarbeitung des Dieselskandals noch immer in den Kinderschuhen, obwohl inzwischen vier Jahre vergangen sind. Im September 2015 hatte die Volkswagen AG auf Druck der US-Umweltbehörde EPA zugegeben, bei Dieselmotoren des Typs EA 189 eine unzulässige Abschaltautomatik eingebaut zu haben. So sollten die Abgaswerte auf dem Prüfstand manipuliert werden, damit die Fahrzeuge des Konzerns zugelassen werden konnten.

Weltweit sind rund elf Millionen Autos betroffen, doch nur In den USA wurde wirklich hart gegen den Konzern vorgegangen. Nach einem Vergleich musste VW die Kunden entschädigen und Strafen in Milliardenhöhe zahlen. Mehr noch: Der ehemalige FBI-Direktor Larry Thompson wurde als Aufseher verpflichtet, um dem Autohersteller drei Jahre lang auf die Finger zu schauen. Sein Job endet im Sommer 2020.

Bislang kein Grund zur Beanstandung

Laut Spiegel zeigt sich Thompson zufrieden und konnte bislang abgesehen von zwei kleinen Verstößen keine weiteren Verfehlungen feststellen. Für VWs Integritäts- und Rechtsvorständin Hiltrud Werner ist Thompson eine Art "Bewährungshelfer". Er wird Volkswagen weiter genau beobachten und am Ende seiner Aufsichtszeit resümieren, ob die US-Justiz das Unternehmen anschließend wegen guter Führung entlassen kann. Er hatte auch durchgesetzt, dass es bei Volkswagen inzwischen “goldene Regeln für das Verhalten von Mitarbeitern” gibt. Werner sagt, diese neuen Grundsätzen würden inzwischen von den meisten Angestellten beherzigt.

Zudem wurde ein Hinweissystem eingeführt, wonach Verstöße nicht mehr anonym gemeldet werden sollen. Diese werden auch nicht mehr unter den Tisch gekehrt, sondern öffentlich gemacht und sanktioniert. Bei seiner Arbeit trifft Thompson auch immer wieder auf Betriebsgeheimnisse, die freilich im Unternehmen bleiben.

Wichtige Prozesse in Deutschland beginnen erst

Derweil beginnt in Deutschland am 30. September die Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen, an der sich rund 438.000 Kunden beteiligen. Mit einem Urteil ist aber frühestens in vier Jahren zu rechnen und auch die Verfahren gegen den ehemaligen VW-Chef Martin Winterkorn und weitere Angeklagte verzögert sich weiter.