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18.07.2019 08:32 Uhr

Volkswagen Bank GmbH muss Autokredit-Raten zurückzahlen

Wer in den letzten Jahren ein Auto der Volkswagen AG gekauft hat, das durch einen vom Dieselskandal betroffenen Motor mit unzulässiger Abschalteinrichtung angetrieben wird, der wird sicher schon über eine Klage nachgedacht haben. Die Chancen, den Kaufpreis plus Zinsen gegen Rückgabe des Fahrzeugs zurückzubekommen, stehen dabei gar nicht schlecht.

Und es kommt noch besser: Einige Gerichte haben in den letzten Monaten davon abgesehen, vom Kaufpreis eine Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer abzuziehen (wir berichteten). Gerade bei älteren Modellen hatte VW darauf gehofft, trotz Verurteilung am Ende nichts zahlen zu müssen.

Raten und Anzahlung zurückerhalten

Auch Autofahrer, die ein Fahrzeug finanziert oder geleast haben, können hoffen. Im März hatte beispielsweise das Landgericht Berlin geurteilt, dass ein Kunde der Volkswagen Bank GmbH die Raten seines Autokredits nicht mehr bezahlen muss (Az. 4 O 224/18). In seinem Auto war die manipulierte Abschalteinrichtung verbaut, was der Kläger beim Kauf natürlich nicht wusste. Er musste sich durch den Dieselskandal nicht nur mit einem potentiellen Wertverlust des Fahrzeugs abfinden, sondern wäre auch von eventuellen Fahrverboten in Berlin betroffen.

Der Mann hatte den VW Caddy Ende 2015 gekauft und einen Darlehensvertrag mit der Volkswagen Bank GmbH abgeschlossen, um das Auto zu finanzieren. Im Februar 2018 widerrief er den Vertrag. In der Theorie erscheint dies zu spät, denn eine 14-tägige Widerrufsfrist wäre längst abgelaufen. Die Widerrufsfrist beginnt jedoch nur zu laufen, wenn der Vertrag fehlerfrei ist - und das war hier nicht der Fall.

Aus diesem Grund war es rechtlich möglich, den Darlehens- und Kaufvertrag rückabzuwickeln. Nach dem Urteil bekam er alle bereits geleisteten Raten sowie die Anzahlung von der Bank zurück. Manche Gerichte - so auch das in Berlin - ziehen von dieser Summe einen Wertersatz für die gefahrenen Kilometer ab. Andere verzichten bei Verträgen darauf, die nach dem 13. Juni 2014 abgeschlossen wurden. n

Option für Diesel und Benziner

Nach dem Widerruf des Autokredits kann er sich nun einen anderen Pkw kaufen. Diese Möglichkeit bietet sich vielen tausenden Autofahrern, die einen Kredit zur Finanzierung Ihres Fahrzeugs abgeschlossen haben. Dabei ist es irrelevant, ob es sich um einen Benziner oder Diesel handelt und ob es ein Neu- oder ein Gebrauchtwagen von Porsche, BMW oder einer anderen Marke ist. Hier geht es einzig und allein darum, ob die Widerrufsbelehrung im Vertrag rechtlich einwandfrei ist. Ist dies nicht der Fall, beginnt die Widerrufsfrist noch nicht zu laufen und der Vertrag bleibt widerrufbar.

Bei LawButler können Verbraucher mit einem Quick-Check feststellen, ob sie diese Möglichkeit ebenfalls haben. Dafür müssen die Bank, der Kaufpreis des Fahrzeugs und die eventuell geleistete Anzahlung eingetragen werden. Wichtig sind darüber hinaus die Anzahl und Höhe der Raten, das Vertragsdatum, Tachostände und der effektive Jahreszins. Nach dem Absenden des Online-Formulars gibt es sofort eine Antwort. Wer sich anschließend für einen Widerruf entschließt, sollte einen Anwalt mit der Verfolgung seiner Rechte beauftragen. Profin kann Sie bei Interesse an ihre spezialisierten Partnerkanzleien verweisen. Sollten Sie einen Prozess führen müssen, kann die Profin bei Erfolgsaussichten als Prozesskostenfinanzierer zur Seite stehen.