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21.06.2019 08:53 Uhr

Volkswagen will sich mit E-Autos das Vertrauen der Kunden zurückholen

 

Die Volkswagen AG leidet - und gibt das jetzt auch offen zu. Auf einer internen Managementveranstaltung hatte der Volkswagen-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess Mitte Juni in Wolfsburg verlauten lassen, dass der Dieselskandal das Vertrauen der Verbraucher in den Konzern nachhaltig erschüttert hätte.

Zwar liegt der Skandal nun schon vier Jahre zurück, doch noch immer ist dieser spürbar. Besonders hart getroffen hat es die Marke VW, doch auch Audi steckt in der Krise. Porsche bietet erst gar keinen Diesel mehr an und in der US-amerikanischen Wüste stehen hunderttausende zurückgekaufte Dieselautos.

Das Unternehmen hat eine Rücklage von 30 Milliarden Euro gebildet, um die Folgen des Abgasskandals zu kompensieren. Davon muss unter anderem die Instandsetzung der manipulierten Fahrzeuge bezahlt werden. Lange Zeit wollte Volkswagen am Selbstzünder als Alternative zum Benziner festhalten, doch das wird nun kaum mehr umsetzbar sein. Ein neuer Ansatz muss her.

Geht es auch ohne Manipulationen?

VW schwimmt nun auf der Elektroauto-Welle mit. Damit will man zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen: den Dieselskandal zu den Akten legen und zeigen, dass man sehr wohl und ohne zu tricksen Autos für eine bessere Umwelt produzieren kann. Letzteres hatte der Konzern zwar ohnehin vor, aber nach der bitteren Erfahrung der vergangenen Jahre geht das jetzt schneller als ursprünglich geplant.

Für die Zukunft ihrer Elektroautos hat die Volkswagen AG den MEB-Baukasten entwickelt. Er ist die Basis für viele Modelle mit Elektromotor, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen sollen. Damit soll eine kostengünstigere Produktion als bei der Konkurrenz möglich sein. Die Investition bis 2023 beträgt über 30 Milliarden Euro. In rund 20 Jahren will sich das Unternehmen dann komplett vom Verbrennungsmotor verabschieden.

Experten sind sich einig, dass VW dieses ehrgeizige Ziel nicht alleine erreichen kann. Schließlich braucht es mehr als nur Elektroautos, die es ja heute auch schon gibt. Es fehlt jedoch noch immer an einer flächendeckenden Infrastruktur zum Laden der Fahrzeuge. Die könne man nur zusammen mit geeigneten Partnern aufbauen.

Mit dem ID.3 will Volkswagen zurück ins Geschäft

Ein weiter Weg, doch Volkswagen geht bereits erste Schritte. Auf der IAA im September wird der ID.3 - der Elektrogolf - offiziell vorgestellt und Ende 2019 soll in Zwickau mit der Produktion des ersten E-Modells auf der MEB-Plattform begonnen werden. Der ID.3 gilt als Startschuss der Elektrooffensive. Seit Mai 2019 kann das auf 30.000 Stück limitierte Sondermodell ID.3 1ST vorbestellt werden. Mit seiner 58 kWh starken Batterie soll er eine Reichweite von bis zu 420 Kilometern ermöglichen. Das schafft aktuell nicht mal eine Handvoll Modelle auf dem Markt.

Bis 2030 will der Konzern mehr als 20 Millionen E-Autos bauen und plant dafür rund 70 verschiedene Modelle. Doch bis es soweit ist, muss Volkswagen viel investieren. Gelingt es dem Unternehmen, seine Ziele in die Tat umzusetzen, würde es nicht nur die Konkurrenz dominieren, sondern könnte endlich auch wieder das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen.