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06.12.2019 09:06 Uhr

VW-Kronzeuge im Dieselskandal in Deutschland gelandet

Erster Verurteilter im Dieselskandal

So wurde in den USA einigen Managern bereits der Prozess gemacht. James Liang war der erste und bislang einzige VW-Mitarbeiter, der dort ins Gefängnis musste. Vor zwei Jahren wurde er im Justizgebäude von Detroit zu 40 Monaten Haft und 200.000 US-Dollar Geldstrafe verurteilt. Der Deutsche mit indonesischen Wurzeln war laut Richter Sean Cox einer der “Verschwörer” bei VW.

Wie sueddeutsche.de berichtet wurde Liang nun nach Deutschland überstellt, nachdem er zu Beginn der Woche in New York von der Polizei abgeholt wurde. Seit Dienstag ist er wieder in seinem Heimatland und soll hier seine Reststrafe verbüßen. Noch kann er jedoch auf Haftverkürzung hoffen und würde dann noch in diesem Monat freikommen.
Seinen ehemaligen Vorgesetzten hingegen blieb das Gefängnis bisher erspart. Das liegt auch daran, dass in Deutschland intensiver ermittelt wird als in den USA und immer neue Verstrickungen aufgedeckt werden. Mutmaßlich bereitet die Braunschweiger Staatsanwaltschaft derzeit Anklagen gegen mehrere ehemalige Volkswagen-Manager vor. Es handelt sich wie bei Liang um Ingenieure oder um Software-Entwickler.

Deutsche Justiz uneinig

Die Ermittlungen gegen Manager des Autoherstellers hingegen seien abgeschlossen, doch ein Prozessbeginn ist noch immer nicht in Sicht. Ein Grund: Das Landgericht Braunschweig hält die Ermittlungen der Staatsanwälte für unzureichend und bezweifelt einige Punkte der Anklageschrift. Darüber hinaus ist weiterhin nicht klar, wie viele Autos überhaupt vom Dieselskandal betroffen sind. Die Staatsanwaltschaft spricht von über neun Millionen Fahrzeugen des VW-Konzerns weltweit, doch die Richter fordern ein neues Gutachten. Es wird wohl vom Kraftfahrt-Bundesamt erstellt, denn nur diese Behörde sieht sich dazu imstande. Doch auch hier droht Streit um Kompetenzen.

Liang wird das alles wohl argwöhnisch beobachten. Er arbeitete im US-amerikanischen Testzentrum von Volkswagen. Dort war er Leiter des "Diesel-Kompetenzteams" - und der einzige Mitarbeiter dort. Nach den ersten Verdachtsmomenten der US-Behörden im Jahr 2014 wollte er den Dieselskandal verschleiern und blieb im Land, während einige Kollegen lieber ausreisten. Dann wurde er festgenommen. Ob er wirklich eine Hauptfigur im Abgasskandal ist, darf bezweifelt werden - selbst die US-Staatsanwalt glaubt das nicht. Liang sagte umfassend aus und wird das vielleicht auch in Deutschland tun, denn auch hier läuft ein Verfahren gegen ihn.